die eine Seite durch eine Kette von schneebedeckten, ziemlich beeindruckenden Bergen aus. Naturgemäß kommen sehr viele Touristen hierher, um in den Bergen zu wandern. Ebenfalls naturgemäß ist das keine Art der Freizeitgestaltung, für die sich kleine Kinder übermäßig begeistern.
Zum Glück gibt es auch ein paar alternative Möglichkeiten dort, doch dazu später.
Nachdem wir den größten Teil des Tages im Bus verbracht hatten, machten wir uns auf Quartiersuche. Wegen Probleme mit dem Mobilfunknetz
hatten wir entgegen unserer Gewohnheit bei abendlicher Ankunft keine Reservierung für die erste Nacht, und zum ersten Mal auf unserer Reise sollte sich das als Problem erweisen. Das von uns favorisierte Hostal hatte keinen Platz für uns. Wir gingen die nächsten Möglichkeiten durch, kommentiert von unserem Taxifahrer - der blöderweise selbst ein Hostal hatte, das er uns natürlich wärmstens ans Herz legte. Aber wir fingen erstmal an, die etwas näher gelegenen Häuser abzuklappern. Ab und zu sprach der Taxifahrer davon, dass eines der Häuser voll sei. Tja... einerseits glaubten wir ihm das nicht unbedingt, andererseits hielt uns die Höflichkeit davon ab ihm zu sagen, dass wir trotzdem selbst nachsehen wollten, obwohl er sich ganz sicher war. Die folgende Odyssee führte uns nun kreuz und quer durch den Ort, von einem schäbigen Hotel zu einem zu teuren, zu einem vielleicht so gerade akzeptablen und so weiter... geschlagene anderthalb Stunden lang, bei ständig steigender Müdigkeit und Reizbarkeit. Als wir dann irgendwann zum dritten Mal an dem zuerst aufgesuchten Hotel vorbeifuhren hatte Natalia den rettenden Impuls: Sie ging in ein benachbartes Hostal, von dem der Fahrer anfangs gesagt hatte es sei voll. Und siehe da: Kein absolut ideales Zimmer, aber eins, das um Längen besser war als alles bis dahin gesehene, zu einem vernünftigen Preis, mit einem Aufenthaltsraum mit offenem Kamin. Halleluja! Traue keinem Taxifahrer, der etwas zu verkaufen hat. Wenigstens hat er uns für diese mehrfache Stadtrundfahrt einen sehr anständigen Preis gemacht.
Am folgenden Tag hatten wir eine Exkursion zu zwei besonders schön gelegenen Seen in der Nähe - na gut, zweieinhalb Autostunden entfernt - gebucht.
| Der schiefe See von Huaraz |
Ja, der Ort als solcher war schon toll. Die Einfahrt durch eine schroffe Schlucht, türkisfarbenes Wasser, das Ganze umrahmt von schneebedeckten
Bergen. Von denen sah man allerdings nicht so besonders viel, da die Gipfel größtenteils in einer dichten Wolkendecke steckten, aus der es dann bald
auch etwas zu regnen anfing. In Kombination mit dem kalten Wind hielt sich also die Begeisterung etwas in Grenzen. Die Stimmung der jüngeren
Expeditionsteilnehmer hellte sich erst dann erheblich auf, als wir zum Staudammbau an einem der Zuflüsse übergingen.
Für den zweiten Tag stand dann mal ganz was anderes auf dem Programm: Ein Ausritt! Es ging auf ziemlich kleinen, sehr geduldigen Pferden gut
zwei Stunden in die Berge rein und nach einem Päuschen wieder heraus. Wir Erwachsenen nahmen jeweils ein Kind vor uns auf den Sattel, was auch
zumindest für den Weg bergauf eine gute Idee war.
Bergab allerdings wurde es gelegentlich etwas eng. So schön es auch war, ohne nennenswerte Anstrengung in gemütlichem Tempo die Landschaft genießen zu können, am Ende waren wir und unsere Hinterteile dann doch ganz froh, wieder absteigen zu dürfen.
Dort in der Nähe gibt es einen kleinen, recht ruhigen Ort namens Huanchaco, der für seinen Strand und seine Brandung bekannt ist.
Daß es außerdem in unmittelbarer Nähe ausgedehnte Adobe-Ruinen aus einer Zeit lange vor den Inkas gibt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe
zählen, steigert die Attraktivität noch weiter - allerdings nicht so sehr für uns. Wir waren des Besichtigens müde und freuten uns nur aufs Faulenzen am Meer.
Entsprechend ereignisarm waren unsere Tage. Wir schlenderten am Strand herum und schauten immer wieder aufs neue fasziniert den riesigen Wellen zu, die sich überstürzend und wild schäumend in die Bucht hineinstürmten, und den mehr oder weniger erfolgreichen Versuchen der Surfer, auf ihnen
zu reiten. Ab und zu spülten besonders große Wellen auch mit ihren Ausläufern über ansonsten trockene Teile des Strandes, was für Hektik und
Entsetzensschreie bei den dort Herumliegenden sorgte. Wir versuchten mit Bollwerken aus Sand das Schlimmste zu verhindern, was auch für eine ganze Weile gut ging und für ausreichende Beschäftigung der lieben Kleinen sorgte.
Das einzig deprimierende dort zu dieser Jahreszeit ist das Wetter, besonders am Morgen und Vormittag: der Pazifik liegt unter einer Dunstglocke, die sich erst im Laufe des Tages ganz langsam lichtet. Abends sind dann gerade noch genug Wolken für einen wunderbar kitschigen Sonnenuntergang übrig.
Genau das Gegenteil von deprimierend ist allerdings die köstliche Ceviche, die in den Strandlokalen serviert wird. Das sind, zumindest in der peruanischen Variante, in gewürztem Zitronensaft mit Zwiebeln und Tomaten eingelegte, rohe Meeresfrüchte und Fisch. Lecker! Wir kamen mehr und mehr auf den Geschmack, nachdem wir es schon im Valle Sagrado mal versucht hatten.
Als wir dann gerade danach süchtig geworden waren, brachen wir nach Ecuador auf, und mußten leider feststellen, dass Ceviche hier gekocht serviert wird und nur eine Art saure Fischsuppe ist.