| Dompteure auf der Plaza |
Am ersten Tag nach unserer Ankunft machten wir uns auf, eine Sprachschule zu suchen. Als eine mögliche Adresse hatten wir das deutsch-bolvianische Institut ausgesucht. Nachdem die erste Schule, die wir aufgesucht hatten, schon einen ganz netten Eindruck vermittelt hatte, wurden wir hier mehr als angenehm überrascht. Wir wurden natürlich gefragt, welche Art von Unterricht wir wünschten: Gruppenunterricht, zu zweit oder Einzelunterricht. Als wir die Problematik der Kinderbetreuung ansprachen - ob wir uns besser tageweise oder vormittags/nachmittags abwechseln oder ob sie Babysitter oder ähnliches vermitteln könnten - bekamen wir eine für uns überraschende Auskunft: Es gibt in Sucre einen von der Frau eines Deutschen betriebenen Kindergarten, in dem mehrere Erzieherinnen Deutsch sprechen oder zumindest verstehen und in den auch mehrere Kinder von Deutsch-Bolivianischen Eltern gehen. Den haben wir uns selbstverständlich angesehen und waren angenehm verblüfft. Konzept und Ausstattung sind ungefähr so, wie man es aus Deutschland gewöhnt ist - genau genommen habe ich in Essen einige Kitas gesehen, in denen ich unsere Kinder weniger gerne hätte. Ob und wann die Kinder denn dort hingehen könnten? Natürlich ab dem nächsten Tag, wen wir das wollten. Um die Jungs zu fragen, was sie davon hielten, mußten wir sie erstmal von dem Regal mit den Puzzels und Dinosauriern loseisen, auf das sie sich sofort wie ausgehungert gestürzt hatten. Jakub zeigte eine anfängliche Skepsis, aber Jan war sofort Feuer und Flamme.
Also am nächsten Tag: Eingewöhnung! Die sah so aus, daß ich mit einem Buch mein Lager vor dem Gruppenraum aufschlug, wo ich von den Jungs nur kurz besucht wurde als sie nach draußen zum Spielen gingen. Na, das war ja schwierig...
Ein guter Teil der Bauern kommt zu diesem Fest in den traditionellen bunten Trachten, was das Publikum teilweise noch interessanter macht als den Tanz und das Opfer an "Mutter Erde" an sich -natürlich neben einem etwas kleineren Kreuz, man ist ja schließlich katholisch...
Die Sonntags-Beschäftigung war etwas klassischer: Kinderspielplatz. Am Wochenende auch mit Hüpfburgen.
Über die Wochentage seither gibt es nicht gar sooo viel zu erzählen. Morgens nach dem gemeinsamen Frühstück im Hostal gehen wir zum Kindergarten (das letzte Stück dahin rennen die Jungs meistens, so sehr vermissen sie uns...), anschließend zur Sprachschule. Mittags holen wir die Kinder ab und gehen in den Park oder auf den Spielplatz oder auf die Plaza oder zum Essen, was gerade gewünscht wird. Nachmittags nochmal für zwei Stunden in die Kita, während wir unsere Hausaufgaben zumindest anfangen. Nach der Kita dann die üblichen Lustbarkeiten wie Eis essen (wir haben die Eisdiele unseres bislang gerechtfertigten Vertrauens gefunden) oder Tauben füttern. Mittlerweile fragt Jan schon nach Geld und geht dann selbst ganz routiniert Taubenfutter kaufen.
Und sonst so?
Vorgestern haben wir eine Deutsche besucht, die seit sieben Jahren hier in Sucre lebt und deren Sohn dieselbe Kita wie die Jungs besucht. Das gab schon einige interessante Einblicke. Und Freizeit-Tipps: Heute waren wir mit dieser Familie in einem Puppentheater, das wir sonst vermutlich verpaßt hätten. Sehr amüsant und hochemotional, die Kinder sind richtig mitgegangen.
Noch völlig ohne Kontext als Abschluß eines der angenehmsten Details hier, das ich fast vergessen hätte zu erwähnen:
Es gibt hier so gut wie keine Mücken. Noch wissen wir es sehr zu schätzen und ich fürchte, wir werden uns zu sehr daran gewöhnen.