(Ich bitte, das verhackstückte Layout zu verzeihen - der Editor hier ist ein ziemlicher Krampf, wenn soviele Bilder vorliegen)
Oruro hat angeblich den zweitgrößten Karneval in ganz Lateinamerika (nach Rio), und wenn sowas praktisch auf dem sowieso vorgesehenen Weg liegt, dann sollte man es auch mitnehmen.
Karneval in Oruro - das heißt zum Glück nicht nur kollektives Besäufnis und ein kleiner Umzug.
Gut, vom Feuerwerk haben wir nur den akustischen Anteil mitbekommen. Wir waren nämlich, dank der Jungs und 3700 Höhenmetern, abends total groggy und sind früh in einen unruhigen Schlaf gesunken.
Die unschönen Seiten möchte ich auch nicht verschweigen: Schnapsleichen, durchdringender Uringeruch an ziemlich vielen Stellen und viel Gedränge. So dichtes Gedränge, dass man sein Kind lieber auf die Schultern nimmt, wodurch die Hände natürlich irgendwo in Brusthöhe unabkömmlich sind. Das Ergebnis: Zweimal am Samstag ist mir das mitgeführte Bargeld (nicht viel, und Karten, Pässe etc sind sicherheitshalber daheim geblieben) geklaut worden. Einmal wurde mir dazu die Hosentasche aufgeschlitzt.
Zugegeben, das hört sich jetzt nicht nach einer Empfehlung an. Ist es aber trotzdem. Wenn man zweimal an einem Tag beklaut wird und es dennoch für ein großartiges Erlebnis hält - dann muß da schon was dran sein. Für mich ungefähr in dieser Reihenfolge:
Die umwerfenden Kostüme. Die Kondition der Tänzer, die in diesen Kostümen auch bei praller Sonne unermüdlich und ehrlich begeistert kilometerweit durch die Stadt tanzen. Die gespielten, teils recht schlichten Melodien, die sich im Ohr festsetzen. Die Heiterkeit der Kinder und Jugendlichen mit ihren Schaum-Spritzdosen. Der Überblick über das Gewimmel, den wir am Sonntag bei Ankunft des Umzugs genießen konnten. All diese Umzüge enden an einer für die Bergleute sehr wichtigen Kirche, die am Fuße des Berges mit den Zinnminen gelegen ist.
Als nächstes Ziel haben wir Sucre angepeilt, mit Zwischenstopp in Potosí, um die Fahrtzeiten etwas zu reduzieren. Nach Potosí wollen wir auf jeden Fall nochmal später zurückkommen, wenn wir endlich mal etwas Spanisch gelernt haben - wofür wir uns Sucre ausgesucht haben.
So viel Party extra zu Jans Geburtstag ;)
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