Tuesday, March 8, 2011

Cochabamba

Da durch einige Erdrutsche die neuere Strasse von Santa Cruz nach Cochabamba schon seit Wochen unpassierbar ist, und die alte Strasse (die sowieso in einem grauenhaften Zustand sein soll) nach den falschen Angaben eines Ticket-verkaufswütigen Reisebüro-Mitarbeiters angeblich auch gesperrt war, entschlossen wir uns kurzerhand für die Rückkehr nach Santa Cruz. Dort versuchten wir zunächst am falschen Flughafen - unserem wohl doch nicht so dollen Reiseführer sei Dank - einen Flug nach Cochabamba zu bekommen. Naja, die Tickets bekamen wir, allerdings für einen Flug am nächsten Morgen vom internationalen Flughafen aus. Nicht so schlimm - gab uns das doch immerhin einen Grund uns im bewährten Hostal (Planschbecken!) einzuquartieren und einen Fast-Food-Schuppen heimzusuchen, der einen Indoor-Spielplatz bietet. Apropos Fast Food: Der Begriff bezeichnet hier nicht unbedingt die Geschwindigkeit der Zubereitung,
Also am Dienstag nach Cochabamba, wo wir ein Hotel gebucht hatten, das erheblich netter als seine unmittelbare Umgebung ist. Es handelt sich um so eine Art Marktviertel, wobei neben klassischen Marktständen auch ganze spezialisierte Strassenzüge mit jeweils gleichartigen Geschäften vorhanden sind. Also in einer Strasse fünf Möbelgeschäfte, in der Querstrasse sechs Frisiersalons... begrenzt von ein paar ziemlich vollen und lauten Strassen. Wenn das Gaspedal nichts mehr bringt, wird schon recht konsequent die Hupe benutzt.
Dieses Hotel also bot uns neben ein paar ziemlich guten Betten und einem erbärmlichen Internetzugang einen sehr netten Innenhof, in dem wir einige nette Stunden verbrachten und unsere Beute vom Streifzug auf dem Markt waidgerecht zerteilten und verzehrten - vor allem Mangos, Papayas, Pfirsiche und Äpfel.
Ein paar der anderen Gäste haben wir auch kennengelernt. Dort war ein Ehepaar aus Bremen, so um die siebzig Jahre alt schätze ich, die seit mittlerweile vier Jahren im Wohnmobil kreuz und quer durch Südamerika fahren. Jedes Jahr fliegen sie für ein paar Monate nach Hause und besuchen ihre Kinder, die für diese Art des "Ruhestandes" so überhaupt kein Verständnis haben.

Ein bißchen Sightseeing mußte natürlich auch sein, da selbst Mangos essen und Tauben füttern irgendwann mal langweilig wird: Obligatorisch natürlich der Besuch der bis vor kurzem größten Christus-Statue der Welt, zu der man mit einer kleinen Seilbahn hochfahren kann. Das war schon interessant. Fast so interessant wie der Spielplatz an der Basisstation.
Dann war da noch das archäologische Museum. Viel Indianerschmuck, viel tolle alte Keramik und Stoffe von früheren Kulturen, ein paar Mumien einfach in der Ecke eines Raums, die bei uns vermutlich alle ihre eigene Vitrine bekommen hätten. Das Highlight für die Jungs: Knochen von Mammuts und Riesengürteltieren.

Als kleine Dreingabe am Nachmittag: Der Palast eines alten Zinn-Barons, der für eine Weile das Weltmonopol hielt und für den Geld entsprechend keine Rolle spielte. Vierzehn Jahre Bauzeit, alles nur vom feinsten, und am Ende hat er aus gesundheitlichen Gründen (2500m Höhe, ein Herzinfarkt...) sein "Haus" nie bezogen. Mir fehlt der direkte Vergleich, aber ich habe den Verdacht, dass die Villa Hügel zwar ein bisschen größer, aber von der Einrichtung her eher ärmlich ist.

Am Freitag dann Aufbruch nach Oruro: Um kurz vor neun Uhr am Busbahnhof. Tickets für einen Bus um halb zehn gekauft. Bus kommt nicht. Keine Informationen. Dann ein paar für uns nicht so ganz veständliche Informationen. Schließlich gibt es einen Ticket-Umtausch, und wir dürfen tatsächlich schon um halb zwölf mit dem Bus einer anderen Gesellschaft losfahren. Der dann erstmal mehrfach für ein Viertelstündchen ohne für uns ersichtlichen Grund ein paar hundert Meter vom Busbahnhof entfernt stehen bleibt.... aber irgendwann nimmt er dann doch Fahrt auf und wir fahren endlich los: Auf nach Oruro!

No comments:

Post a Comment